• Die Klinke Herford

Das Stimmenhören verstehen - Basiswissen

Erfahrungen und Reflexionen aus der Praxis

Vortrag

Di., 15.03.2022

Uhrzeit: 19:00 - 21:15 Uhr

Ort: Herford, VHS, Raum 211 Münsterkirchplatz 1, 32052 Herford

Weitere Infos

Bin ich verrückt?
Wer oder was wird da laut?
Mir geht es gut mit den Stimmen, bin ich trotzdem verrückt?
Welche Ursachen gibt es dafür?
Was hilft mir?
Wo kann ich nützliche Informationen erhalten?
Wohin kann ich in einer Krise gehen?


Das Stimmenhören verstehen

Viele Menschen hören Stimmen, die nur sie selbst hören können. Die Stimmen können verunsichern, viel Kummer und viele Krisen verursachen. Das muss aber nicht immer so bleiben. Oft ist nicht das Hören von Stimmen das Problem, sondern die Unwissenheit, damit umzugehen.

Das Hören von Stimmen oder akustischen Halluzinationen wird innerhalb der konservativen Medizin häufig als ein Symptom Schizophrenie dargestellt. Für Betroffene erscheint dies vor allem als belastend und irritierend. Doch niemand lebt mit so ungewöhnlichen Erfahrungen gern allein. Die Möglichkeit sich mitzuteilen, schafft daher eine Selbstverständlichkeit, die zur Entlastung beitragen kann. Aus ihrer Erfahrung heraus weiß die Referentin, dass allein die Tatsache, über die vernommenen Stimmen wertfrei sprechen zu können, helfen kann.


Im Rahmen der Psychoedukation berät Sylwia Furnari Menschen, die Stimmen hören. Seit 2009 arbeitet sie mit der Methode der erfahrungsfokussierten Beratung und versucht, den Menschen zu helfen, ihre Stimmen zu akzeptieren und somit zu einer veränderten Beziehung zu ihnen zu gelangen.
Diese Form der Beratung wurde von Prof. Marius Romme und Dr. Sandra Escher (Universität Maastricht & Birmingham) entwickelt.
Die erfahrungsfokussierte Beratung blickt auf eine 30-jährige Empirie zurück und beschäftigt sich unter anderen mit der Frage, inwiefern das "Stimmenhören" für Betroffene nachteilig sei. Forschungsergebnisse der erfahrungsfokussierten Beratung zeigen, dass man nicht zwingend von einer Krankheitsannahme ausgehen muss. Die jeweilige Beratungsmethode stellt inhaltlich die Betroffenenansicht in den Mittelpunkt und lässt sich somit von der Wahrnehmung der Person leiten.

Alternativ zu konservativen Behandlungsansätzen zeichnet sich dieser Ansatz insbesondere durch die gemeinsame und systemische Zusammenarbeit zwischen den Betroffenen und Sylwia Furnari als Beraterin aus.

Mit den Methoden des Maastricht-Interviews und des Stimmendialogs möchte Frau Furnari ihre Klient:innen dabei unterstützen, ihr Unterbewusstes bewusst werden zu lassen und gemeinsam mit ihnen die direkten sowie indirekten Botschaften zu entschlüsseln. Die hier beschriebene aktive Herangehensweise kann den Stimmenhörer:innen Mut und Hoffnung im Umgang mit ihren Stimmen geben.

Referentin:
Sylwia Furnari
Dipl. Sozialarbeiterin
Heilpraktikerin für Psychotherapie 

 

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„Die Klinke“ ist seit 1982 Träger gemeindenaher Hilfen für psychisch kranke Menschen im Kreis Herford. Dies beinhaltet ein differenziertes Angebot bestehend aus Betreutem Wohnen, einer Kontakt- und Begegnungsstätte, einer Tagesstätte in Herford und einer Zweigstelle in Kirchlengern.

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